1. Fanfarenzug Goldstadt Pforzheim e. V.
1. Fanfarenzug Goldstadt Pforzheim e. V.

1. Fanfarenzug Goldstadt Pforzheim e. V.

Chronik

Fanfarenruf, Fanfarenklänge - sie waren stets die Ankündigung festlicher Ereignisse. Trotz aller Nüchternheit unserer geschäftigen Gegenwart erfreut sich auch der moderne Mensch an den eindringlichen Klängen dieser blitzenden Instrumente, die einen letzten Funken der Romantik aus einer vergangenen, geruhsamen Zeit herübergerettet haben.
Der 1. Fanfarenzug Goldstadt Pforzheim e. V. dient in erster Linie der Erhaltung und Pflege der althergebrachten Fanfarenmusik, die in der Zunft der Feldtrompeter und Heerpauker ihren Ursprung hat. Er stellt sich in den Dienst der Allgemeinheit und trägt zu allen Veranstaltungen in Pforzheim bei, zu denen seine Teilnahme wesentlich erscheint. Darüber hinaus wird der Fanfarenzug auch außerhalb seines Sitzes die Farben der Goldstadt vertreten. So steht es in der Satzung vom 30. November 1960.
Die Gründung erfolgte am 13. Oktober 1960 durch elf Kameraden: Herbert Birlinger, Manfred Bonnet, Manfred Bürkle, Knut Krasse, Rolf Kunzmann, Hans Lieb, Willy Roth, Joachim Schmid, Alfred Trautz, Willy Trautz, Manfred Winkler, die sich der Fanfarenmusik verschrieben haben, an ihrer Spitze der musikalische Leiter Manfred Bonnet. Schon bald war die Gruppe auf dreißig Aktive angewachsen. Bis zur Fertigstellung einer stilechten Montur traten die Fanfarenbläser und Trommler in weißen Hemden und schwarzen Hosen auf, bis eine der spanischen Mode am französischen Hofe des 14. Jahrhundert nachempfundene heraldische blau-weiße Uniform geschaffen wurde, die sofort Anklang fand. Die Anfertigung der schmucken Trachten ist vor allem den Frauen der damaligen Aktiven zu verdanken, welche die Monturen in sehr kurzer Zeit in unermüdlicher Heimarbeit fertig stellten. Ihnen ist der Verein besonders dankbar.
Die Mitglieder des Fanfarenzuges rekrutieren sich aus allen Bevölkerungskreisen und es sind auch Heute noch viele junge Leute dabei, bei denen die Heimatpflege, Kameradschaft und die Freude am Musizieren im Vordergrund steht. Es gehört nach wie vor auch sehr viel Idealismus dazu, die ehrenamtliche Vereinsarbeit, Proben und Auftritte mitzumachen. Der langjährige Vorsitzende und bis zu seinem Tode im Jahr 1995 als Ehrenvorsitzender engagierte Manfred Bonnet brachte seinen Musikanten durch intensives Proben bald auf ein beachtliches Niveau.
Die Ausstattung des Zuges mit geschmackvollen Fanfarentüchern konnte durch Spenden Pforzheimer Geschäftsleute und verschiedener Körperschaften ermöglicht werden. Der Oberbürgermeister stellte aus seinem Verfügungsfonds einen Betrag bereit und sprach seine Anerkennung aus.
Das erste Mal an die Öffentlichkeit trat der Goldstadt-Fanfarenzug am Fastnachtsdienstag 1961. Zu Tausenden säumte die Bevölkerung die Straßen der Pforzheimer Innenstadt und spendete dem Spiel der Bläser und Trommler herzlichen Beifall. Am 1. Juli desselben Jahres erfolgte die Fanfarenzugsweihe im Rahmen des vom "MGV Blumenheck" veranstalteten Wartberg-Heimatfestes. Die kirchliche Weihe fand am 2. Juli 1961 in der Pforzheimer Schlosskirche statt.
Seit dieser Zeit haben sich die blauweißen Herolde bei vielen Gelegenheiten bewährt. Man fand Anerkennung seitens der Bevölkerung, der Industrie und der Stadtverwaltung. Der tatkräftige Einsatz der Aktiven ermöglichte es, die finanziellen Verpflichtungen für Uniformen und Instrumente stufenweise abzubauen. Der Fanfarenzug wurde zu einem Begriff, ja zu einem Aushängeschild der Stadt Pforzheim. Bei Platzkonzerten im Stadtgarten, im Blumenhof, im Reuchlinhaus oder beim alljährlichen Neujahrsblasen auf dem Pforzheimer Marktplatz bereitete man viel Freude. Die Auftritte wurden immer häufiger. Dem Verein gingen immer mehr Einladungen zu Veranstaltungen und Festen im In- und Ausland zu. Es gibt seither in der Saison kaum ein Wochenende, wo der Pforzheimer Fanfarenzug nicht auf seine Weise von der Goldstadt kündet. Ein erster Höhepunkt war die Teilnahme am Rosenmontagszug in Mainz im Jahre 1962. Es folgten Auftritte z.B. beim Cannstatter Volksfest, bei zahlreichen Weinfesten und schon damals beteiligte man sich an den historischen Schäferläufen in Wildberg und Markgröningen.
Auch der europäische Gedanke hatte beim Fanfarenzug von Anfang an Fuß gefasst. Gerade das benachbarte Frankreich wurde alljährlich meist mehrfach besucht, herausgestellt sei der Europäische Karneval in Straßburg, das internationale Hopfenfest in Hagenau, die berühmte Prinzenhochzeit in Bischwiller, das Zuckerfest in Erstein, Karneval in Aix en Provence (Südfrankreich) oder in Chalons sur Saone, das Erbsenfest in Clamart, das große Fest zu Ehren Jean de la Fontaines in Chateau-Thierry (Champagne) und nicht zuletzt das internationale Musik- und Folklorefestival in Angers an der Loire (Westfrankreich) in den Jahren 1979 und 1991. Weitere Höhepunkte in unseren deutsch-französischen Beziehungen sind immer wieder die Treffen im Rahmen der Sportpartnerschaft Pforzheim - St. Maur, die abwechselnd alle zwei Jahre in Pforzheim und Paris stattfinden. So hat man auf diese Weise eine Vielzahl ausländischer Gruppen kennen gelernt und Freundschaften geschlossen.